LED statt Energiesparlampe

Die klassische Kompaktleuchtstofflampe, besser bekannt als Energiesparlampe, und viele herkömmliche Leuchtstofflampen gehören inzwischen weitgehend der Vergangenheit an. Aufgrund europäischer Vorgaben zur Beschränkung von Quecksilber dürfen verschiedene Lampentypen seit 2023 nicht mehr neu auf den EU-Markt gebracht werden.

Die Regelungen betreffen unter anderem bestimmte Kompaktleuchtstofflampen sowie T5- und T8-Leuchtstofflampen. (Eur-Lex)

Warum wurden Energiespar- und Leuchtstofflampen abgeschafft?

Kompaktleuchtstofflampen und klassische Leuchtstofflampen benötigen Quecksilber, um Licht erzeugen zu können. Quecksilber ist ein umwelt- und gesundheitsschädlicher Stoff und muss bei der Entsorgung fachgerecht behandelt werden. (Umweltbundesamt)

Gleichzeitig haben sich LED-Leuchten in den vergangenen Jahren technisch stark weiterentwickelt. Sie bieten eine hohe Lichtausbeute, benötigen wenig Energie und ermöglichen eine wesentlich flexiblere Lichtplanung.Die EU hat deshalb die Ausnahmen für quecksilberhaltige Leuchtmittel schrittweise reduziert. Das Ziel: effizientere und quecksilberfreie Beleuchtungslösungen wie LED fördern.

Wichtig: Bereits installierte Leuchtstoff- oder Kompaktleuchtstofflampen müssen nicht allein aufgrund der Ausphasung sofort ausgetauscht werden. Das Verbot betrifft grundsätzlich das weitere Inverkehrbringen bestimmter Lampentypen. Fällt ein altes Leuchtmittel aus, ist der Umstieg auf eine geeignete LED-Lösung jedoch meist die sinnvollere und zukunftssichere Variante.

Die Vorteile von LED:

  • LED-Beleuchtung bietet gegenüber älteren Beleuchtungssystemen zahlreiche Vorteile:
  • geringerer Energieverbrauch
  • lange Lebensdauer
  • weniger Wartungs- und Austauschaufwand
  • sofort volle Helligkeit
  • verschiedene Lichtfarben und Lichtstärken
  • Dimmbarkeit bei geeigneten Systemen
  • Integration von Bewegungs- und Präsenzmeldern
  • Möglichkeiten für intelligente Lichtsteuerungen
  • kein Quecksilber im LED-Leuchtmittel (Umweltbundesamt)

Besonders interessant ist eine Umrüstung überall dort, wo die Beleuchtung täglich viele Stunden betrieben wird. In Büros, Werkstätten, Hallen, Treppenhäusern, Tiefgaragen oder Gewerbeimmobilien kann sich eine Modernisierung deshalb besonders schnell bemerkbar machen.

LED nachrüsten oder komplette Leuchte austauschen?

Nicht immer muss die komplette Beleuchtungsanlage erneuert werden. Je nach vorhandener Leuchte kann ein geeigneter LED-Ersatz möglich sein. Bei älteren Leuchten mit Vorschaltgeräten ist jedoch Vorsicht geboten. Nicht jede LED-Röhre ist für jede vorhandene Leuchte geeignet. Je nach System kann eine Anpassung der Verdrahtung oder ein kompletter Leuchtentausch sinnvoller sein.

Deshalb sollte vor einer Umrüstung geprüft werden:

  • Welche Leuchte ist vorhanden? Welches Vorschaltgerät wird verwendet?
  • Wie ist die Leuchte verdrahtet?
  • Welche LED-Lösung ist technisch und wirtschaftlich sinnvoll?

Ein Elektrofachbetrieb kann diese Fragen vor Ort klären und die Umrüstung fachgerecht durchführen.

Mehr als nur Strom sparen: moderne Lichtplanung

Eine LED-Umrüstung bietet die Möglichkeit, die komplette Beleuchtung neu zu denken. Mit Bewegungsmeldern, Präsenzmeldern, Dimmern oder intelligenten Steuerungen kann das Licht automatisch an die tatsächliche Nutzung angepasst werden. So brennt beispielsweise in einem Flur oder Keller das Licht nicht mehr unnötig über Stunden.

Auch die Lichtfarbe kann gezielt gewählt werden. Warmweißes Licht eignet sich beispielsweise besonders für Wohnbereiche, während neutralweißes oder tageslichtähnliches Licht in Arbeitsbereichen eingesetzt werden kann. Eine gute Beleuchtung verbessert damit nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch Komfort, Sicherheit und Arbeitsbedingungen.

Was passiert mit alten Leuchtstoff- und Energiesparlampen?

Alte Kompaktleuchtstofflampen und Leuchtstofflampen gehören nicht in den Hausmüll. Sie müssen getrennt gesammelt und fachgerecht entsorgt werden. Der Grund ist unter anderem das enthaltene Quecksilber. Auch LED-Lampen werden getrennt vom normalen Hausmüll gesammelt. (Umweltbundesamt)

Bei einer professionellen Umrüstung kann die fachgerechte Entsorgung der alten Leuchtmittel und Leuchten direkt mit übernommen werden.

FAQ

Häufige Fragen zur LED-Umrüstung
Wir helfen und beraten Sie gerne!

Manchmal klärt sich schon vieles vorab. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen:

Bereits installierte Kompaktleuchtstofflampen müssen nicht allein aufgrund der Ausphasung sofort entfernt werden. Allerdings dürfen bestimmte Typen seit den jeweiligen EU-Stichtagen nicht mehr neu in Verkehr gebracht werden. Für den Ersatz ausgefallener Lampen ist deshalb eine passende LED-Lösung in vielen Fällen die zukunftssichere Wahl. (Eur-Lex)

Grundsätzlich können bereits installierte, weiterhin funktionierende Lampen weiter betrieben werden. Die Ausphasung richtet sich grundsätzlich gegen das Inverkehrbringen bestimmter Lampentypen, nicht gegen den sofortigen Weiterbetrieb einer bereits vorhandenen Lampe.

Trotzdem kann es wirtschaftlich sinnvoll sein, die Beleuchtung bereits jetzt auf LED umzustellen – insbesondere bei hohen Betriebszeiten.

Das hängt stark von der vorhandenen Beleuchtung, der Leistung der alten Leuchtmittel, der Betriebsdauer und der gewählten LED-Lösung ab. Bei einer professionellen Beleuchtungsanalyse lässt sich das Einsparpotenzial individuell berechnen.

Besonders bei Beleuchtungsanlagen mit vielen Leuchten und langen täglichen Betriebszeiten kann sich die Umrüstung deutlich auf den Energieverbrauch auswirken.

Ja, insbesondere bei Büros, Werkstätten, Lagern, Verkaufsflächen, Tiefgaragen und anderen Bereichen mit langen Betriebszeiten.

Neben einem geringeren Energieverbrauch können auch Wartungsaufwand und Lampenwechsel reduziert werden. Zusätzlich lassen sich moderne Steuerungen integrieren, sodass das Licht nur dann und dort eingeschaltet wird, wo es tatsächlich benötigt wird.

Ja. Moderne LED-Beleuchtung lässt sich sehr gut mit Bewegungs- und Präsenzmeldern kombinieren. Dadurch kann beispielsweise in Treppenhäusern, Kellern, Nebenräumen oder Tiefgaragen automatisch geregelt werden, wann und wie lange die Beleuchtung eingeschaltet ist.

Ein guter Zeitpunkt ist spätestens dann, wenn alte Leuchtmittel regelmäßig ausfallen, Ersatz schwer erhältlich wird oder die Beleuchtung hohe Stromkosten verursacht.

Auch bei einer Renovierung oder energetischen Modernisierung bietet sich eine LED-Umrüstung an. So können Beleuchtung, Schalter, Sensorik und Steuerung gleich sinnvoll aufeinander abgestimmt werden.

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Praxistipp von Paul Hellmann:

Bei älteren Beleuchtungsanlagen sollte eine Leuchtstoffröhre nicht einfach gegen eine LED-Röhre ausgetauscht werden. Zuerst muss geprüft werden, welches Vorschaltgerät verbaut ist und ob die vorhandene Leuchte technisch geeignet ist. So lassen sich Fehlfunktionen vermeiden und das volle Einsparpotenzial der LED-Beleuchtung nutzen.

Paul Hellmann

Geschäftsführer, Meister
Isarstrom Elektrotechnik GmbH

Dieser Artikel wurde Fachlich geprüft von Paul Hellmann, Elektrotechnikermeister