Erdung über die Wasserleitung

In vielen älteren Gebäuden wurde die Erdung der Elektroinstallation früher über die metallische Wasserleitung ausgeführt. Was damals Stand der Technik war, ist heute nicht mehr zulässig. Seit den 1990er-Jahren wurden die technischen Anforderungen an Erdungsanlagen grundlegend überarbeitet. Nach den heute geltenden Normen DIN VDE 0100-540 sowie DIN 18014 dürfen Wasserleitungen nicht mehr als Erder verwendet werden. Der Grund dafür ist einfach: Moderne Trinkwasserleitungen und Hausanschlüsse bestehen häufig ganz oder teilweise aus Kunststoff. Bereits einzelne Kunststoffabschnitte können die leitfähige Verbindung zur Erde unterbrechen. Die ursprüngliche Erdung ist damit unwirksam – oftmals ohne dass Eigentümer dies bemerken.

Warum ist eine funktionierende Erdungsanlage so wichtig?

Die Erdungsanlage gehört zu den wichtigsten Schutzeinrichtungen eines Gebäudes. Sie sorgt dafür, dass Fehlerströme sicher in das Erdreich abgeleitet werden und das Schutzkonzept der Elektroinstallation zuverlässig funktioniert.
Eine fehlende oder mangelhafte Erdung kann unter anderem zu folgenden Problemen führen:
  • gefährliche Berührungsspannungen
  • erhöhtes Risiko für Personen- und Sachschäden
  • Schäden an elektrischen Betriebsmitteln
  • Einschränkungen der Schutzmaßnahmen der Elektroinstallation
  • Probleme bei der Inbetriebnahme neuer elektrischer Anlagen
Gerade moderne Anlagen wie Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Wallboxen oder intelligente Zähleranlagen stellen hohe Anforderungen an eine normgerechte Erdungsanlage.

Wann muss die Erdung überprüft oder nachgerüstet werden?

Eine allgemeine gesetzliche Nachrüstpflicht für alle Bestandsgebäude besteht zwar nicht. Werden jedoch wesentliche Änderungen oder Erweiterungen an der Elektroinstallation vorgenommen, müssen die betroffenen Anlagenteile nach den aktuell gültigen VDE-Bestimmungen errichtet werden.
Dies betrifft insbesondere:
  • den Einbau einer Photovoltaikanlage
  • die Installation einer Wallbox
  • die Erneuerung oder Erweiterung der Zähleranlage
  • Änderungen am Hausanschluss
  • umfangreiche Modernisierungen der Elektroinstallation
In diesen Fällen wird die vorhandene Erdungsanlage überprüft. Entspricht sie nicht den aktuellen technischen Anforderungen, ist eine normgerechte Nachrüstung erforderlich.

Die heutige Lösung

Bei Neubauten wird die Erdungsanlage als Fundamenterder nach DIN 18014 ausgeführt. In Bestandsgebäuden lässt sich eine fehlende oder unzureichende Erdung in den meisten Fällen problemlos nachrüsten – beispielsweise durch einen Tiefenerder oder Staberder. Dieser wird fachgerecht mit der Haupterdungsschiene verbunden und messtechnisch geprüft.

Wichtig zu wissen:

Die Wasserleitung bleibt Bestandteil des Hauptpotentialausgleichs, sie darf jedoch niemals die Funktion eines Erders übernehmen. Diese Unterscheidung wird bei älteren Gebäuden häufig verwechselt.

Unser Tipp für Hausbesitzer

Besitzen Sie ein Gebäude aus den 1960er-, 1970er- oder 1980er-Jahren oder wurde Ihre Wasserleitung bereits einmal erneuert? Dann empfiehlt sich eine Überprüfung der Erdungsanlage. Spätestens vor der Installation einer Photovoltaikanlage, einer Wallbox oder einer neuen Zähleranlage sollte geprüft werden, ob die Erdungsanlage den heutigen Anforderungen entspricht. Dadurch lassen sich Verzögerungen bei der Inbetriebnahme sowie unnötige Folgekosten vermeiden.

 

Gut zu wissen: Eine Wasserleitung darf heute nicht als Erder verwendet werden. Sie muss jedoch – sofern sie als fremdes leitfähiges Teil ins Gebäude eingeführt wird – in den Hauptpotentialausgleich eingebunden werden. Genau diese Unterscheidung ist bei älteren Gebäuden häufig die Ursache für Missverständnisse.

FAQ

Haben Sie Fragen?
Wir helfen und beraten Sie gerne!

Manchmal klärt sich schon vieles vorab. Hier finden Sie Antworten auf die häufigsten Fragen:

Nein. Nach den geltenden Normen DIN VDE 0100-540 und DIN 18014 ist dies nicht mehr zulässig.

Das lässt sich nur durch eine fachgerechte Prüfung der Erdungs- und Potentialausgleichsanlage sicher feststellen. Gerade nach dem Austausch von Wasserleitungen oder Hausanschlüssen kann die ursprüngliche Erdungsverbindung unbemerkt unterbrochen worden sein.

Je nach Gebäude erfolgt die Nachrüstung meist durch einen Tiefenerder oder Staberder. Welche Lösung technisch sinnvoll ist, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und der vorhandenen Installation ab.

Ja, IsarStrom ist der qualifizierte Ansprechpartner für die Überprüfung und fachgerechte Nachrüstung von Erdungsanlagen. Wir kontrollieren die vorhandene Erdung, führen die erforderlichen Messungen durch und entwickeln bei Bedarf eine passende Lösung – beispielsweise mit einem Tiefen- oder Staberder. Das gilt sowohl für bestehende Gebäude als auch im Zusammenhang mit Photovoltaikanlagen, Wallboxen, neuen Zähleranlagen oder umfassenden Modernisierungen.

Wurde eine metallene Wasserleitung früher als Erder genutzt, kann der Austausch gegen Kunststoffrohre die leitfähige Verbindung zum Erdreich unterbrechen. Dadurch funktioniert das Schutzkonzept der Elektroinstallation möglicherweise nicht mehr zuverlässig. Nach einer Erneuerung der Wasserleitung sollte deshalb geprüft werden, ob ein eigenständiger, normgerechter Erder vorhanden ist oder beispielsweise ein Tiefen- beziehungsweise Staberder nachgerüstet werden muss.

Ihr Ansprechpartner in München und Umgebung:

Die Isarstrom Elektrotechnik GmbH ist Ihr kompetenter Ansprechpartner für Erdungsanlagen, Potentialausgleich und die Modernisierung von Elektroinstallationen. Als Innungsfachbetrieb sowie Premiumpartner der Netzbetreiber SWM und Bayernwerk stehen wir für höchste Qualität, normgerechte Ausführung und eine fachkundige Beratung. Jetzt Erdungsanlage überprüfen lassen

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✔ Prüfung bestehender Erdungsanlagen

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Praxistipp von Paul Hellmann:

Gerade bei älteren Gebäuden sollte geprüft werden, ob die Erdung noch über die Wasserleitung erfolgt. Spätestens wenn Leitungen erneuert oder eine Photovoltaikanlage, Wallbox oder neue Zähleranlage installiert werden soll, ist eine fachgerechte Überprüfung der Erdungsanlage besonders wichtig.

Paul Hellmann

Geschäftsführer, Meister
Isarstrom Elektrotechnik GmbH

Dieser Artikel wurde Fachlich geprüft von Paul Hellmann, Elektrotechnikermeister